BRANDEINSATZ - 04. Juni 2017
 
 
 
 
Unsere Feuerwehren im Rückblick

Idealismus und echte Nachbarschaftshilfe waren die Beweggründe, die vor mehr als 100 Jahren dazu geführt haben, eine Organisation aufzubauen mit dem Ziel, Leben, Hab und Gut des Nächsten vor Feuer zu schützen. Die ersten Schritte dazu wurden bereits im Jahre 1867 von der Gemeinde Oberweißenbach, die eine Spritze ankaufte, getan.

 

Am 15. Mai 1890 war es endlich soweit, es wurde im Gh. der Frau Maria Langsteiner die FF-Oberweißenbach gegründet. Zum ersten Kommandanten wurde Herr Moritz Wiltschko gewählt.

 

12 Jahre später (1902) wurde die FF-Amesschlag gegründet, der Kommandant hieß Anton Braunschmid, Landwirt in Amesschlag 18.

 

Und als letzte unserer 3 Katastralgemeinden wurde im Jänner 1910 die FF-Bernhardschlag ins Leben gerufen, als Kommandant stand Herr Franz Ganglberger der Feuerwehr vor.

 

Bei der Gründung dieser sogenannten Vereine wurden  Mitgliedsbeiträge beschlossen, zu Beginn in etwa 1 Krone.

 

 In Vorderweißenbach gab es laut Chronik zahlreiche Damen, die die Feuerwehr immer wieder mit namhaften Geldbeträgen unterstützten. So wurde die Vereinsfahne der FF-Oberweissenbach von Frl. Marie Enzenhofer aus Hinterweißenbach im Jahre 1913 gestiftet. Um notwendige Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen, wurden diverse Feste veranstaltet.

 

Aus der Chronik:

 

„Am 3.Februar 1891 wurde in Königseders Gasthaus in Hinterweißenbach ein Feuerwehrkränzchen verbunden mit einer Tombola abgehalten, welches einen Reinertrag von 8O Gulden und 85 Kreuzer abwarf.“

 

Im Jahr 1891 wurde in Vorderweißenbach im Neugebäude der Frau Anna Ernst das erste Requisiten-Depot, wo heute das Kriegerdenkmal steht, errichtet. In Amesschlag war die FF im Gemeindehaus untergebracht und in Bernhardschlag gegenüber dem ehemaligen Gasthaus Horner.

 

Ein lustiges Detail am Rande!

 

 Die jährlichen Floriani-Ausrückungen hatten im Vereinsleben der Feuerwehren schon immer einen besonderen Stellenwert. So ist in der Chronik folgendes von einer Kommandositzung aus dem Jahre 1922 zu lesen: „Es wurde beschlossen, dass Jeder, der bei der Floriani-Ausrückung nicht anwesend ist, eine Strafe im Gegenwert von einem Liter Bier zahlen muss!“

 

Die Anforderungen und die Entwicklung der Feuerwehren blieben jedoch nicht stehen und so wurde ständig investiert. Die ersten Spritzen wurden von Hand betrieben und die anfangs erworbenen Schlauchkarren ersetzten später Gummiwagen für Pferde bzw. Traktorgespann.

 

Nach dem 2. Weltkrieg kaufte die FF-Vorderweißenbach das erste Auto - ein Fahrzeug der Marke Steyr - von der Wehrmacht und funktionierte dieses zu einem Feuerwehrauto um.

 

In den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde auch das Aufgabengebiet der FF immer umfangreicher. Die Art der Einsätze haben sich wesentlich verändert. Stand früher vor allem die Brandbekämpfung im Mittelpunkt, so sind es heute vorwiegend die technischen Einsätze, zu denen die Feuerwehren gerufen werden. Zu den neu angekauften Tragkraftspritzen kamen auch Atemschutzgeräte, die neue Herausforderungen für die Feuerwehrmänner darstellten, dazu. Um eine möglichst rasche Brandbekämpfung gewährleisten zu können, wurden in den vergangenen Jahrzehnten 15 Löschwasserbehälter in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vorderweißenbach und dem Landesfeuerwehrkommando errichtet. Weiters wurden alle Feuerwehrhäuser der drei Ortsfeuerwehren in den vergangenen 20 Jahren um bzw. neu gebaut.

 

 Wir sind auch sehr stolz auf den Ausrüstungsstand unserer Feuerwehr, die den derzeitigen Anforderungen entsprechen:

1 TLF (Tanklöschfahrzeug),

1 Bergegarnitur (Spreizer und Schere), 

1 KLF(Kleinlöschfahrzeuge)

und viele andere technische Hilfsmittel

 

Im Zuge des Rückblicks auf über 1OO Jahre Feuerwehrgeschichte in der  Gemeinde Vorderweißenbach ist es allen Feuerwehrkameraden ein ehrliches Anliegen, allen jenen Männern, die seinerzeit den Grundstein für die heutigen Feuerwehren gelegt haben, unseren Dank und Anerkennung auszusprechen.

 

Reingruber Franz

 

© 2007, FF-Vorderweißenbach